Montag, 16. Mai 2016

Tomatenhaus fertig

Fügt sich ganz gut ein, das fertige Tomatenhaus
Endlich... Nach drei fast vier Wochen Bauzeit steht endlich unser neues Tomatenhaus. Von seiner Planungsgeschichte habe ich ja schon mehrfach erzählt. Ich wollte etwas haben, das sich in den neuen Gartenteil weitgehend harmonisch einfügt und nicht wie ein absoluter Fremdkörper wirkt. Ganz lässt sich das sicherlich nicht vermeiden, wenn man Folie verwendet, aber ich finde es ist ganz gut gelungen. Das Haus ist ca. 1,20 x 3,80m groß geworden, genug für zweireihigen Tomatenanbau. 14 Pflanzen sollte ich eigentlich gut darin unterbringen können.

Die "Bauarbeiten" dauerten deswegen so lange, weil uns diverse Male der Wind einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Wir wohnen hier in einer sehr windexponierten Gegend, die Windstärken sind eigentlich immer 1 - 2 bft höher als in der Umgebung und selbst im Sommer haben wir häufig stärkere Winde. Das mussten wir natürlich auch bei der Planung des Folienhauses berücksichtigen, damit es nicht nur einen Sommer lang hält.

1. Wochenende (grauer Himmel, Windstärke 5-6 bft, in Böen stärker)

Material gekauft - das war ein ganz schöner Wagen voll. Wir waren wegen des Autos auf Längen von maximal 2 Metern beschränkt, da ich ungern mit offener Klappe fahre.

  • 6 Einschlaghülsen
  • 3 7x7cm-Pfosten in 1,80m Höhe
  • 3 7x7cm-Pfosten in 2,00 m Höhe
  • 2 Terrassendielen (3 Meter, die wir direkt im Baumarkt auf 150cm haben sägen lassen)
  • 7 Terrassendielen (2 Meter)
  • 22 Dachlatten 24x48, imprägniert
  • 6 Dachlatten (ganz dünn, die die Abmessungen weiß ich nicht mehr)
  • 100 Senkkopfschrauben, 120+ Linsenkopfschrauben, 250 Unterlegscheiben
  • 3 Säcke SchnellBeton  
  • 5x4 Meter Gewächshausfolie (aus dem Internet)

Versucht, Pfosten zu setzen. Festgestellt, dass Beton von der Firma Quick-Mix nicht automatisch Schnell-Beton ist...  :-) 

Nach drei Pfosten wird klar, dass der Wind trotz ausreichender Stützen die Pfosten immer wieder aus der Waage bringt.

Frustriert und durchgefroren aufgehört.

2. Wochenende 

Freitag: (Wetter war besser, weniger Wind)
Vordere Pfosten gesetzt, diesmal mit echtem Schnellbeton. Ging viel leichter :-)
Bretter zugeschnitten und verschraubt.
Freitag Abend: Grundkonstruktion steht.

Samstag: Temperatursturz - es wird wieder kalt und windig... Außerdem ist Gartenfest in Remeringhausen.

Sonntag: Dachlatten aufgeschraubt. Zu windig, um mit der Folie weiter zu machen...

Es folgt eine Woche Regen...

3. Wochenende: 

Das ist schon mehr als der "Rohbau" - theoretisch hätten die Tomaten
einziehen können, wenn es nicht erst Anfang Mai gewesen wäre. 
Bei schönem Wetter die Folie befestigt.

Dazu haben wir uns an einem Video  (ab ca. 5:45) orientiert - die Folie wird nicht direkt aufgeschraubt, sondern einmal komplett um dünne Dachlatten gewickelt und dann erst mit der Dachlatte zusammen aufgeschraubt. Dadurch werden die Schraubstellen weniger vom Wind angegriffen. Bisher hält die Konstruktion dem Wind gut stand, selbst der wirklich starke Wind der letzten Woche konnten dem Ganzen nichts anhaben.

Das Video brachte uns außerdem auf die Idee einer flexiblen Rückwand für das Tomatenhaus. Vorne ist es offen, die Rückwand kann wie ein Rollo aufgewickelt werden - das ist super für die Belüftung, reduziert aber auch die Windanfälligkeit des gesamten Hauses. Bei Wind wird die Rückwand hochgewickelt und bietet daher keine Angriffsfläche mehr. Der Wind geht also einfach durch.

Letzte Woche: 
Es folgten  fast zwei Wochen, in der es immer wärmer wurde - es war warm, dauersonnig und... stürmisch, durchgängig um 5 bft aus dem Osten, in Böen mehr :-) Unsere Hauptwindrichtung ist westlicher Wind, danach ist auch das Haus mit der niedrigeren Seite ausgerichtet, so dass der Wind drüber blasen kann. Jetzt, bei Ostwind,  konnte er schön von der hohen Seite unter das Dach fassen, es blähte sich auf wie ein Segel und flatterte ohne Ende. Aber es hielt. Um etwas gegen das Flattern zu unternehmen, besorgte ich noch mehr Dachlatten und wir schraubten die ganze Konstruktion von oben noch mal gegen.



Ganz fertig, inklusive Beetumrandung und verstärkter Dachlattung. Im
Hintergrund übrigens unsere inzwischen heißgeliebte Schattensitzecke.  
Die Latten auf dem Dach sind zwar nicht schön, verhindern aber effektiv das
Flattern der Folie. Die flexible Rückwand ist aufgerollt.


Jetzt ist es wirklich fertig, die Tomaten sind gerade noch in der Abhärtphase und dürfen bestimmt im Lauf der Woche, wenn es wieder ein paar Grad wärmer geworden ist, umziehen. Das wird dann auch Zeit - sie blühen schon...
Der letzte Schritt: Ich suche noch nach einer Dachrinnenlösung, es wäre toll,
das Regenwasser zur Bewässerung auffangen zu können.

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