Freitag, 18. März 2016

Säulenobst am Graben

Im letzten Post schrieb ich ja schon von den Umgestaltungsarbeiten, die uns im Moment beschäftigen. Ich weiß gar nicht, woran es liegt, dass wir dieses Jahr schon so früh mit der Gartenarbeit angefangen haben, aber wir haben tatsächliche fast jedes Wochenende und auch manchmal noch am späten Nachmittag gearbeitet. Dafür ist jetzt ein großer Teil des Strauchschnitts erledigt, schon mehrere Beete "frühlingsfrisch" gemacht und unsere Umbauarbeiten nehmen ihren Lauf.

Alles fing damit an, dass wir , mal wieder, über ein Gewächshaus nachdachten. Lange hin und her überlegt, entschieden uns  zuerst für ein größeres selbstgebautes Folienhaus auf der Streuobstwiese, waren aber nicht 100% überzeugt. Also steckten wir es mit Bambusstäben ab und waren uns dann ganz schnell einig: Nein, auf der Streuobstwiese, neben Auffahrt und Carport wollen wir kein (Folien-) Gewächshaus haben, auf das wir immer gucken, wenn wir das Haus verlassen. Das hätte uns optisch nicht gefallen. Also wurde weiter überlegt... Naja, und dann kamen wir auf die Idee mit den Gemüsebeeten auf der Wiese, dem Schattensitzplatz und dem Tomatenhaus im jetzigen Gemüsegarten. Das ist noch Work-in-Progress - die Bilder zeigte ich schon vor ein paar Tagen.

Parallel las ich in etlichen Gartenzeitschriften, dass es jetzt ja nun langsam Zeit würde für den Obstbaumschnitt. Und nachdem ich im letzten Jahr unseren armen Apfelbaum so verschnitten hatte, dass er nicht einen einzigen Apfel trug, wollte ich es diesmal besser machen und guckte mir Videos zum Apfelbaumschnitt an. Und so kam eins zum anderen, über den Umweg über ein paar Schnittvideos landete ich auf den Seiten des Schweizer Unternehmens Lubera, dass ich letztes Jahr auf Schloss Ippenburg kennen- und schätzen gelernt hatte - sie haben dort die Mundraubgärten angelegt - und auf deren Seite ganz schnell bei den Säulenapfelbäumen.

Da war die Begierde geweckt. Ich hatte letztes Jahr schon ein Bäumchen mitnehmen wollen, wusste aber nicht, wohin damit. Und wie das so am Ende des Winters ist, da gehen mit uns oft die Pferde durch und wir entschieden nicht nur einen oder zwei Säulenbäume zu pflanzen, sondern gleich Nägel mit Köpfen zu machen und eine ganze "Hecke", am Graben entlang anzulegen. Die Johannis- und Stachelbeeren gefielen uns dort ohnehin nicht mehr, weil sie den schmalen Weg zu wuchsen und von der Grabenseite nur ganz schlecht zu beernten waren. Auch die vorderen beiden Buchsbeete sind zwar schon etliche Male umgestaltet worden, gefielen aber im Endeffekt immer noch nicht so recht. Was lag da näher, als eine erneute Umgestaltung vorzunehmen und die Beerensträucher in die Buchsbeete umzuziehen.

Also kauften wir vier Säulenäpfel, ein "Säulen"Birne*, eine "Säulen"Nektarine* sowie eine Brombeere mit aufrechtem Wuchs, mit dem Hintergedanken, den formalen Charakter der Buchsbeete aufzugreifen und auch in der Bepflanzung am Graben fortzuführen. Zwei weitere Bäumchen werden noch folgen, es gibt da eine rotfleischige Apfelsorte als Säulenbaum, die ich gern noch hätte.

Gesagt getan - das ist das Ergebnis.
Hier stehen schon mal die Pfosten in Reih und Glied.

Und hier ist es fertig gepflanzt. Vorne die Birne, dann ein freier Pfosten für
die noch fehlende Sorte. das, was schon so hoch ist, ist die Nektarine. 
Hier sieht man dann auch mal mich bei der Arbeit...
wer hat dem Herrn Gärtner eine Kamera gegeben?

Noch ganz schön mini, der Kleine, der
muss noch ganz schön wachsen, bevor
wir auch nur einen Apfel davon bekommen. 


Der Buchs müsste mal geschnitten werden, rahmt aber die Beerensträucher
dekorativ ein. 

* Die Firma Lubera ist im Gegensatz zu etlichen anderen Anbietern so ehrlich zu sagen, dass es echten Säulenwuchs nur bei Apfelbäumen gibt.  Birnen, Nektarinen (und alles andere, was man so unter der Bezeichnung "Säulenobst" kauft), können nur durch regelmäßige Schnittmaßnahmen in dieser schmalen Form gehalten werden. Der Züchter bietet eine Birne an, die, wie er sagt, dem Säulenapfel recht nahe kommt und mit einem Schnitt pro Jahr auskommt. Die Nektarine braucht mehr Platz und wächst eher pappelartig - straff aufrecht. Lubera zeigt im Katalog und auf der Internetseite immerhin Fotos von ihren Bäumen und erklärt dies in ihren Videos. Andere Anbieter - ich habe da gerade erst wieder den dicken Katalog mit den tollen Tipps geschickt bekommen - zeigen beim Säulenobst nur Zeichnungen. Ich weiß also, worauf ich mich eingelassen habe und rechne auch nicht mit einer furchtbar üppigen Ernte - ein bisschen Naschobst reicht uns.

1 Kommentar:

  1. Wir haben auch einige Säulenäpfel im Garten. Uns reicht die Ernte aus. Sie sind wirklich pflegeleicht. Demnächst werden wir wohl eine Zwergkirsche pflanzen.

    LG kathrin

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