Samstag, 2. Januar 2016

Jahresrückblick 2015

In den letzten Tagen habe ich in der Blogosphere so viele Jahresrückblicke gelesen, dass ich Lust bekommen habe, auch einen zu schreiben. Ich war einige Monate abgetaucht - nach meinem letzten Post vom 24. Juli begannen die Sommerferien, wir verbrachten einen wunderbaren Urlaub in Norwegen und als wir zurück kamen, überkam mich die große Herbstdepression - "Wie? Der Sommer ist schon wieder vorbei? Wie ist denn das passiert?" - aus der ich mich nur langsam befreien konnte. Immerhin hat der Herr Gärtner ein paar Mal das Fähnchen hoch gehalten und zumindestens den Blog am Leben erhalten...

In letzter Zeit merke ich aber, dass ich im Kopf immer wieder Blogbeiträge formulierte und beim Fotografieren überlegte, was ich zu den Fotos schreiben würde. Ich versuche es also noch einmal - der Blog wird mit Sicherheit eine andere Richtung nehmen und ich werde mich von der Idee eines reines Gartenblogs verabschieden. Warum soll ich mich einschränken, wenn es doch so viele Dinge gibt, die mein Leben interessant machen? 


Aber der Reihe nach: Was war wichtig in 2015? 

Im Garten: 

Das Wetter spielte in diesem Jahr offensichtlich eine große Rolle - ich habe gerade mal meine Gartenposts des Jahres durchgesehen und versucht, das Gartenjahr Revue passieren zu lassen. Ein kaltes Frühjahr, was der Entwicklung der Pflanzen aber gut getan hat. Und trotzdem, das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen - immerhin passt da die Statistik mal zum Empfinden. Beispielsweise war in unserer Gegend der Dezember 7°C wärmer als der Durchschnitt. Gut, das ist ein Extrem, aber auch der Sommer soll ja ein extremer gewesen sein. Ich erinnere mich nur noch vage an viel Hitze, aber auch viel Regen und viel Wind in der Zeit vor den Sommerferien, die ja in diesem Jahr hier in Niedersachsen spät wie nie lagen. Den Höhepunkt der Hitzewelle haben wir nicht hier erlebt. Wir waren in Norwegen, wo es gefühlt wohl den kältesten August ever gegeben hat, und haben immer nur die Berichte meiner Mutter, die das Haus hütete, bekommen. Sie sprach von Hitze, Temperaturen von über 30°, während wir teilweise einstellige Nachttemperaturen hatten (im Zelt!). 


Als wir zurückkamen, war es auch mit der Hitze vorbei. Der Garten war trostlos, vieles bereits verblüht, vieles trocken. Ich glaube, der größte Schreck für mich war die verhältnismäßige frühe Dunkelheit, die mir deutlich machte: Sommer vorbei - jetzt geht's abwärts... Und da ich ganz heftig auf Lichtmangel reagiere, schlug sich das auch auf's Gemüt. Da konnte mich auch ein toller Herbst nicht wieder richtig glücklich machen. Obwohl unser Garten einen echten zweiten Höhepunkt im September hat, gibt es da dieses Jahr nur wenige Fotos. Schade eigentlich. Bis Ende Oktober war der Garten dieses Jahr toll, dann mussten wir die Wintervorbereitungen treffen. Auch das eigentlich schade, denn wenn ich den Rosen nicht den Herbstschnitt verpasst hätte, würden sie vermutlich auch jetzt noch blühen. Aber das kann man ja nicht ahnen. 

Insgesamt war dieses Jahr eher eins, in dem wir nur kleinere Veränderungen vorgenommen haben. Das ist auch gut so, denn ich denke, in den vergangenen vier Jahren haben wir viel geschaffen, das sich jetzt erst mal etablieren muss. Toll entwickelt hat sich der Rosengarten am Steinkreis. Auch die beiden neuen Beete haben sich, nach einigen Anlaufschwierigkeiten gut eingefügt und haben bis zum Ende des Jahres einen guten Eindruck gemacht.Wir werden in den nächsten Jahren wohl eher damit zu tun haben, zu gucken, was bleiben kann und was eventuell ein neues Zuhause finden muss. Nach wie vor überlegen wir, was wir mit der "Apfelbaumwiese" machen sollen, mit der wir nicht so glücklich sind.


Im Haus nicht viel neues: 

Ende April hatte das Warten auf unseren neuen Esstisch mit rustikaler, naturbelassener Platte ein Ende. 16 Wochen Lieferzeit! Dafür ist er wunderschön und ich liebe jedes Astloch, jede Furche im Holz. 




Ende Oktober wurde aus der Galerie das langersehnte Nähzimmer. Bis dahin konnte ich mich nicht durchringen, dort oben einen Tisch hinein zu stellen. Nachdem aber das zweite Schätzchen, eine Overlock hier eingezogen ist, gab es unten nicht mehr genug Platz beide Maschinen zu verstauen. In einer Nacht- und Nebelaktion wurde eine Küchenarbeitsplatte mit Beinen darunter zum Nähtisch, ein Regal wurde gekauft und aufgebaut und schon hatte ich einen Nähplatz, wo die Sachen auch mal ein paar Tage stehen bleiben konnten (jetzt muss ich nur noch einmal in der Woche soweit aufräumen, dass unsere gute Putzfee oben saugen und wischen kann). 


An der Nähmaschine: 

Meine Pfaff hat Gesellschaft bekommen: eine Juki MO-654DE, nicht unbedingt das Modell, das ich spontan ausgesucht hätte, aber das, was mir nach der Vorführung im örtlichen Nähmaschinenladen das beste Preis-Leistungsverhältnis zu haben schien. Bisher bin ich sehr zufrieden - sie näht ruhig, gleichmäßig und durch jeden Stoff). 

Viele Dinge, die ich genäht habe, habe ich hier ja schon vor meiner Blogpause vorgestellt: Genähtes

Obwohl meine "To Sew"-Liste immer länger wird, sind seit dem Sommerurlaub nicht so viele Dinge neu entstanden, da ich eigentlich durchgängig beruflich ziemlich eingespannt war: 

Im Nähkurs habe ich mich über gefühlte 3 Monate mit einem Kapuzenshirt herumgequält, dessen Nähanleitung unverständlich und übermäßig kompliziert war. Aber da ich meinen "Urlaubssouvenir-Stoff" (einen Sweatshirtstoff aus Merinowolle von einer norwegischen Spinnerei und Weberei) verarbeitet habe, hat mich das zum Durchhalten motiviert. Es wäre einfach zu schade um den schönen Stoff gewesen. Das ist das Resultat - ein schönes Sofakuschelteil. Am schönsten finde ich die schräg angesetzte Kapuze mit dem großen Reißverschluss


Dann liegt hier noch ein UFO - eine Strickmantel nach einem Ottobre-Schnitt, das irgendwie nicht so geworden ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Vielleicht nähe ich es irgendwann fertig, wäre ja auch schade um die Zeit, die ich schon darauf aufgewendet habe.

Zwei weitere Teile, die ich aber noch nicht fotografiert habe, sind gut gelungen und werden gern getragen: eine lange Tunika nach dem Schnitt Violetta von Mamu, auch aus einem norwegischen Stoff, den ich aus dem Urlaub mitgebracht habe und mein verspätetes Appleton-Weihnachtskleid nach dem Schnittmuster von Cashmerette. Mehr dazu demnächst...

So, und jetzt geht's ins Jahr 2016 - mal gucken, was das so bringt! 

1 Kommentar:

  1. Hallo Inga!
    Ich freue mich sehr, dass Du wieder da bist und dabei bist, Deine Depression zu überwinden. Nach meinem Geschmack kommt das Schlimmste des Winters zwar jetzt erst (Januar/Februar), aber die Tage werden schon Stück für Stück wieder länger.
    Ich freue mich immer, von Dir zu lesen, da Ihr ja auch aus der Region seid und man da viele Begebenheiten nachvollziehen kann.
    Übrigens finde ich das Sweatshirt sensationell! Sieht echt klasse aus!
    Und wie mir scheint, ist da auch ein neues Haarschnitt. Auch den finde ich super! Macht dich gleich um ein paar Jahre jünger.
    Für das neue Jahr wünsche ich Dir alles Gute und ich freue mich, hier wieder regelmäßig vorbei schauen zu können.
    Liebe Grüße
    Susi

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