Montag, 16. Februar 2015

Das Rezept der Woche: Rinderschmorbraten oder was an einem Freitag, den 13. alles schiefgehen kann

Rinderschmorbraten ist ja nun nicht gerade eins der kompliziertesten Gerichte, die ich bisher gemacht habe. Aber ein gut gemachter Rinderbraten ist einfach lecker!

Nach der Ankündigung unseres Wochenmarkt-Käsedealers, dass dies nun das letzte Rindfleisch sei, das er bis September mit auf dem Markt brächte, mussten wir uns noch mal eindecken. Unter anderem hüpfte ein schönes Stück Schulterbraten in den schon ganz schön vollen Einkaufskorb. Wir haben da so ein Standardrezept nach Jamie Oliver, das eigentlich erprobt und getestet ist und bei dem - eigentlich - nichts schiefgehen kann.

Dachte ich, bis vorgestern...

Rinderschmorbraten nach Jamie Oliver

Das braucht man: 

1 Stück Rindfleisch (wir hatten 1 kg)
2 Zwiebeln
2 Möhren
2 Stangen Sellerie (hatte ich nicht, wurde durch Pastinake ersetzt)
3-4 Knoblauchzehen
frische Kräuter (Rosmarin, Salbei, Thymian)
Olivenöl
grobes Salz
frisch gemahlener Pfeffer
1 Flasche dunkles Bier (oder entsprechende Menge Rinderfond)

So geht's: 

Den Ofen auf 240°C (!) vorheizen. Das Fleisch waschen und mit Küchengarn in Form binden. Gemüse in grobe Stücke schneiden und in einen Bräter geben. Das Fleisch darauf legen. Mit dem Olivenöl begießen. Kräuter darauf legen, mit etwas Meersalz und Pfeffer würzen.

Bis zu diesem Punkt klappte alles wunderbar - was soll da auch schiefgehen...

Vielversprechend - so wanderte der Braten in den Ofen. 

Nun kommt der Braten in den Ofen. Den Ofen auf ca. 200°C herunter regeln und den Braten je nach Dicke für 1 - 1,5 Stunden im Ofen lassen. Nach 30 Minuten mit etwas dunklem Bier oder Fond übergießen, danach regelmäßig gucken, ob das Gemüse noch feucht ist. Wenn zu wenig Flüssigkeit im Topf ist, noch mal nachgießen.

- Ja, den Teil hätte ich mir mal zu Herzen nehmen sollen - ich habe den Braten in den Ofen geschoben und wollte ihn noch kurz auf der hohen Temperatur lassen und eben... Und dann habe ich mich verzettelt. Der Backofen lief schön auf 240°C weiter. Irgendwann fragte mich der Herr Gärtner noch, ob ich eine Uhr gestellt hätte. Auch das hatte ich nicht. Ich schätzte also, dass der Braten seit ca. 30 Minuten im Ofen wäre und stellte eine Uhr. Auch das Übergießen hatte ich irgendwie nicht mehr auf dem Schirm. Da schmorte nun aulso ein schickes Stück Rind auf einem Gemüsebett ohne irgendein bisschen Flüssigkeit. Irgendwann war dann der Timer abgelaufen und ich ging zum Ofen. 
Ich hab das mal nicht fotografiert, aber sagen wir mal, das Bild das sich mir bot, war nur eingeschränkt schön. Immerhin qualmte noch nichts. -

Am Ende der Schmorzeit den Braten aus dem Ofen nehmen, in Alufolie einwickeln, mit einem Tuch abdecken und 30 Minuten ruhen lassen. Währenddessen die Soße zubereiten.

- Das wäre toll gewesen, Soße zum Braten! Ich hab's noch versucht, aber die verbrannten Möhren, Zwiebeln und Pastinaken konnte ich nur noch wegwerfen. Und auch der Saft des Bratens war am Boden des Topfs angebrannt und karamellisiert. Da war nichts mehr zu retten! - 

Für die Soße den Bräter auf den Herd stellen und den Bodensatz mit dunklem Bier (oder Fond) ablöschen und aufkochen. Die Gemüsestücke mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken und alles durchkochen, evtl. noch mehr Flüssigkeit zugeben. Dann durch ein Passiersieb geben und die dabei entstehende Soße auffangen. Ggfs. mit Salz, Pfeffer, nach Wunsch auch mit Sahne abschmecken oder mit eiskalter Butter montieren. 

Dazu gab es Rahmwirsing, so dass wir zum Glück trotz der fehlenden Soße das Fleisch nicht ganz trocken essen mussten. Ich hatte ja befürchtet, beim Anschneiden des Fleischs festzustellen, dass auch dies ungenießbar, zäh und trocken sein würde. Aber da wurde ich wenigsten positiv überrascht - es war im Innern noch medium, leicht rosa und schön saftig, genauso wie wir es mögen. 

Rinderschmorbraten mit Rahmwirsing

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