Mittwoch, 21. Januar 2015

Das rote Haus kreativ: Die Tupfenjacke

Ihr merkt, ich diversifiziere etwas. Versprochen, wenn es soweit ist, gibt es auch wieder mehr Garten. Aber der liegt nun mal momentan in winterlicher Ruhe. Das einzige, was grad blüht sind der Winterjasmin und die Zaubernuss. Wenn es nicht mehr dolle friert, gibt es vielleicht auch bald Kamelienblüten, der Experimentalstrauch sitzt ganz voll.

Also gibt es andere Dinge zu sehen und zu lesen. Ich hatte ja schon das eine oder andere Mal die Ergebnisse meiner "Nähkünste" gezeigt. Im Laufe der letzen zwei Monate habe ich mich von Taschen, Dekoobjekten und Babykleidung dann auch an Kleidung für mich gewagt.


So sollte es lt. dem Foto auf
der Packung aussehen. Hat ja
auch schon was vom Sack. 
Zwei Shirts und eine Jacke sind bisher entstanden - und die Jacke hat mich über den Jahreswechsel einige Nerven gekostet. Ich war kurz davor, den ganzen Kram in de Tonne zu treten, so sehr habe ich mich geärgert. Nachdem ich nach dem Simplicity Schnitt Nr. 7371 bereits zwei tolle Shirts genäht hatte, die für mich eine Superpassform hatten, traute ich michauch die etwas komplizierter aussehende Jacke, die aus sage und schreibe 13 Einzelteilen bestand. Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, war dass der Walkstoff, den ich ausgesucht hatte, an manchen Stellen vierlagig verarbeitet werden sollte (3 Lagen Stoffe, 1 Lage Vlieseline). Erstmal lief es ganz gut, zuschneiden und Nähen von Jacke und Ärmeln war unproblematisch. Danach musste ich mich aber der kryptischen Beschreibung des Kragens widmen. Vielleicht habe ich sie nicht richtig verstanden, aber das Resultat war ein unsagbar hässliches Objekt mit gesmoktem Jochkragen, das an mir hing wie ein Sack. Davon gibt es bewusst keine Fotos! Glaubt mir einfach, wenn ich sage, das hätte ich nicht mal meiner Oma angezogen. Schade um den Stoff!

Also habe ich lange überlegt, wie ich das Ganze noch retten könnte. Erstmal den Jochkragen
abgeschnitten. Er bildete aber den Abschluss eines unglaublich weiten Ausschnitts, die Raglanärmel hingen ohne ihn auf den Oberarmen und hatten keine Form. Im Prinzip habe ich also das ganze Teil wieder auseinander genommen, die Teile etwas enger geschnitten, dem Ganzen eine Schulternaht verpasst und die Ärmel diagonal geschnitten eingesetzt. Statt des doppelten Saums und der verstärkten Knopfleiste habe ich das Ganze nur in einer Kontrastfarbe mit dem Overlockstich meiner Nähmaschine versäubert.

Was hier so einfach klingt, hat mich etliche Abende des Hin- und Herüberlegens, des Angucken von alternativen Schnittmustern etc. gekostet. Aber jetzt bin ich mit dem Ergebnis zufrieden, so dass die Jacke mein erstes Teil beim MeMadeMittwoch* wird.



* Beim MeMadeMittwoch können Näherinnen ihre Werke zeigen. Nur Kleidung, und nur direkt an der Frau. Ist ganz schön schwierig, Fotos von sich selbst zu machen. Der Herr Gärtner hätte es natürlich auch machen können, aber dann wäre das schöne Sonnenlicht schon wieder weggewesen!


Kommentare:

  1. Deine Jacke sieht schick aus, ein richtig gute Laune Teil. Und dass es dich viele Nerven gekostet hat glaube ich, schön, dass du nicht aufgegeben hast.

    Liebe grüße, Heike

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  2. Gut gerettet! Die Jacke sieht jetzt wirklich toll und sehr tragbar aus.
    Und es wäre echt schade um den schönen Stoff gewesen...
    LG
    Marlene

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  3. Herzlich Willkommen beim MeMadeMittwoch! Die Jacke ist ein absoluter Hingucker und da hat sich die Pfriemelei doch gelohnt.
    Bis hoffentlich zum nächsten Mal,
    Katharina von der MMM-Crew

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  4. Punkte, ich liebe Punkte in jeglicher Form und Farbe und auf deiner geretteten Jacke ganz besonders, die Mühe hat sich gelohnt, weiter so, nur nicht aufgeben und dich an das nächste wagen.

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