Sonntag, 7. September 2014

Gab es dieses Jahr eigentlich Schmetterlinge?

Das habe ich mich jedenfalls bis Anfang der letzten Woche gefragt - selbst bei schönem Wetter habe ich bis dahin kaum welche gesehen und wenn, dann nur Kohlweißlinge. Warum die Schmetterlinge dieses Jahr so rar waren, bleibt mir jedenfalls ein Rätsel.
Seit Anfang der letzten Woche flogen dann plötzlich auch wieder Admirale in größeren Mengen um unseren Schmetterlingsflieder, der zur zweiten Blüte ansetzt. Leider ist er inzwischen zu groß geworden, um die erste Blüte komplett auszuputzen. Und so hat er nun neben den kleineren weißen Rispen auch einen Haufen lange braune Fruchtstände, die Blüten aus dem Frühsommer. Die Schmetterlinge stört es jedenfalls nicht.
Außer den Admiralen und den Kohlweißlingen (bei denen ich jetzt auch das Rätsel der unterschiedlichen Färbung gelöst habe - es gibt zwei Arten, bei denen Männchen und wibchen unterschiedlich gefärbt sind), habe ich in der letzten Woche Zitronenfalter sowie vereinzelte Taubenschwänzchen gesehen. Auch unsere Mittleren Weinschwärmer sind wieder da, jedenfalls hatten wir wieder ihre Raupen in den Fuchsien. Abends ist der Flieder umschwärmt von Nachtfaltern - welche, kann ich nicht sagen. Aber wenn wir in den letzten Abenden auf der Terrasse gesessen haben, ging es da zu wie in einem Taubenschlag. Was aber komplett fehlt, sind die Tagpfauenaugen, Diestelfalter und Kleinen Füchsen, die wir im letzten Jahr auch in so großer Zahl hatten. Auch die Gammafalter, die im letzten Jahr allgegenwärtig waren, habe ich dieses Jahr nicht mehr gesehen.


Ein Waldbrettspiel, fotografiert Anfang August
im Garten von Beth Chatto
Das vermutlich einzige Tagpfauenauge des Jahres,
aus dem Juli
Seit ein paar Tagen wieder da: Der Admiral
Er liebt unseren Schmetterlingsflieder
Ein großer Kohlweißling, ein Männchen
(keine Punkte auf dem Flügel) 


Ein Landkärtchen in der Sommerform - die erste
Generation im Frühsommer ist völlig anders gefärbt.
Gestern im Garten von Schloss Ippenburg
fotografiert - ein spontaner Besuch.
Und ein C-Falter, ebenfalls in Schloss Ippenburg. 
So ein blöder Name, der von der C-förmigen 
Markierung auf der Flügelunterseite kommt. 
Auf Englisch "The Comma", besser aber nicht viel.


Ich halte unseren Garten eigentlich für schmetterlingsfreundlich - keine Pestizide, langes Gras, viele Schmetterlingspflanzen. Aber im Baugebiet ist im letzten Jahr viel passiert. Da sind wahrscheinlich einfach die Flächen mit den Futterpflanzen verschwunden. Und wir haben auch keine Brennnesseln mehr - Das muss ich wieder ändern. Und, so traurig es ist, die meisten neuen "Gärten" bestehen aus Rasen und ein paar Heckenpflanzen. Alles andere wird weggespritzt. Klee oder Gänseblümchen im Rasen? Das geht ja gar nicht! Ein Nachbar am anderen Ende des Baugebiets hat zwei Bienenstöcke. Statt sich zu zu freuen, dass da jemand was für die Bestäubung der Pflanzen tut, hat sich da schon jemand beschwert, dass das ja viel zu gefährlich für die Kinder sei. Die haben aber auch gar nichts verstanden! Aber für einen sterilen Garten braucht man natürlich auch keine Insekten! Grummel, ich wollte doch nur ein paar Schmetterlingsfotos zeigen und jetzt habe ich mich doch wieder in Rage geschrieben. Schluss jetzt!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen