Donnerstag, 4. September 2014

Endlich wieder Sonne

Nach dem schrecklichen Einheitswetter der letzten Wochen, grau, windig, kühle 15 - 17°C, gelegentliche Regenschauer, das hier über uns festzusitzen schien, und in der der Herbst nicht nur eine Option, sondern eine Tatsache war - auf der Straße in die nächstgelegenene Kleinstadt sind schon alle Bäume herbstlich gelb verfärbt -  scheint heute endlich ein schöner Tag zu werden. Auch gestern Nachmittag wurde es zusehends besser, was dazu führte, dass ich a) über eine Stunde einfach in der Sonne gesessen und gelesen habe (Beth Chatto und Christopher Lloyds Briefwechsel: Dear Friend and Gardener, geschrieben über zwei Jahre Ende der 90er Jahre), b) endlich weiter machen konnte, einige Beete aufzuräumen und mit ein paar Herbsthighlights aufzupeppen, c) ein paar frühblühende Zwiebelpflanzen in die Beete gesetzt habe. Der Herr Gärtner habt derweil das Garagenbeet ein bisschen breiter gemacht, damit das sein Redesign bekommen kann (ein bisschen mehr Struktur, ein paar höhere Pflanzen und Stauden, die auch im Herbst noch attraktiv sind). Heute muss ich mal sichten, was da ist, und dann wird umgeplant.

Ich versuche ja, in meinen Beeten eine möglichst lange Blütezeit zu gestalten und war, nach dem Urlaub, total enttäuscht, dass im August so wenig noch blühte. Das ist natürlich nicht fair, wenn ich meinen Garten vergleiche mit den in England gesehenen, in denen es mehrere Gärtner, Gewächshäuser zur Stauden- und Einjährigenanzucht und überhaupt ganz andere räumliche Bedingungen gibt. Ich musste feststellen, dass ich in den meisten Beeten eine Spätsommer-/Herbstlücke habe, die besonders dadurch auffiel, dass auch die Rosen diesen Jahr bis zur 2. Blüte furchtbar lange brauchten. Gestern Abend, im Abendlicht - das ja alles ohnehin viel schöner macht, sah es dann schon gar nicht mehr so übel aus:




Das historische Rosenbeet am Feuerplatz








Die Rose du Roi hatte dieses Jahr noch nicht so viele Blüten, 
dafür waren die, die sie hatte, umso schöner. 
Und sie duftet ganz toll. 





Die Austin-Rose Heritage, die Ende Juli ganz nackt da stand, 
weil der Sternrußtau zugeschlagen hatte, sieht jetzt wieder gut
aus und blüht und duftet herrlich. Ich war ja zwischendurch 
versucht, zu spritzen. Jetzt bin ich froh, dass ich meinen 
Prinzipien treu geblieben bin und mich auf Schachtelhalmbrühe 
beschränkt habe. Die Rosen haben sich wirklich wieder gut erholt. 






Die Samen habe ich gekauft als Wilde Möhre "Mystery";
(eine fast schwarz Variante der Wildform 
von Daucus carota). Fast schwarz ist relativ, aber sie
 ist wirklich wunderschön und bringt so eine 
Leichtigkeit ins Beet. Die werde ich auf jeden Fall
wieder aussäen, vielleicht versamt sie sich aber 
auch frei. Das dürfte sie gerne.















Das ist die Stockrose Alcea rosea "Creme de Cassis",
 die ich letztes Jahr auf einem Staudenmarkt gefunden habe. 
 Dieses Jahr übertrifft sie sich selbst, sie hat gute 2 Meter 
 erreicht und blüht schon seit Wochen. 
 Wunderschöne barock anmutende Blüten.



Und das ist unser neues Schätzchen: Ein Frühbeet aus Holz. Das kam etwas ramponiert hier an und sah zunächst wenig attraktiv aus, da es schmutzigbraun gebeizt war. Bilder im Internet können wirklich trügerisch sein. Wir haben kurz überlegt, ob wir es zurück schicken, uns dann aber für einen weißen Anstrich entschieden. Die Farbe hatten wir noch und jetzt ist es im Kontrast zum roten Haus richtig attraktiv. Es soll die Voranzuchten und einige andere Pflanzen über den Winter beherbergen. Dafür wird es noch auf die im Winter sonnigere Südterasse umziehen. Das kleine Gewächshaus, das ja eigentlich den gleichen Zweck haben sollte, hat sich leider im letzen Winter als absolut ungeeignet herausgestellt - der erste Herbststurm hatte es bereits Ende Oktober auseinander genommen. Einen Wetterschutz hat es danach nicht mehr geboten.





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