Montag, 29. September 2014

Der 12tel Blick im September

Zum Glück hat ja der Herr Gärtner in der letzen Woche über sein Chiliernte gepostet - und mir nicht mal was davon gesagt - sonst wäre hier seit drei Wochen "tote Hose" gewesen- nicht gut. Zu meiner Verteidigung kann ich nur anführen, dass mich das neue Schuljahr gleich zwei Wochen lang in Atem und aus dem Garten heraus gehalten hat. Zuerst eine Woche Sitzungen in diversen Hotels, dann ein Tag zu Hause und zuletzt eine Woche mit Schülern in England, diesmal leider ohne Gartenaufenthalte.

Der September hat uns ja noch mal gewaltig mit schönen Wetter verwöhnt. Und obwohl ich die "12tel-Blick"-Bilder bereits am Abend, bevor ich nach England gefahren bin, gemacht habe, hat es mich heute mittag bei schönsten Wetter, ca. 20°C (in der Sonne deutlich wärmer!) und leichtem Wind noch mal nach draußen gezogen, um schönere Bilder - oder wenigstens welche mit mehr Licht - zu machen. Ich zeig' euch einfach beide, seht selbst, welchen Unterschied die Beleuchtung macht!

1. Der Garagenblick

August 2014
20. September 2014, abends
29. September 2014 mittags - diesmal mit Katze

Der Apfelbaum rechts im Bild hängt voller Früchte, die Amseln werden sich im Winter darüber freuen. Sie brauchen allerdings etwas Frost, denn sonst sind sie selbst dem Vögeln zu hart. Die Wiese darf immer noch stehen bleiben, im Moment dominiert der Rainfarn mit seinen kleinen gelben Knopfblüten. Und hinten am Gitter bleibt eine Lücke, wo sich die Clematis nicht so recht ausbreiten wollen.

2. Der Gargoyleblick

August 2014
20.09.2014, abends
29.09.2014 mittags, den Gargoyle sieht man kaum noch!

Dies ist der Blick, bei dem es mir am schwersten fällt, immer den gleichen Auschnitt zu finden.
Inzwischen haben die Rosen noch mal kräftig zugelegt, vor allem die Lions-Rose im Vordergrund blüht in großen, schweren Blütenbüscheln. Nach der Augustkälte habe ich kaum noch damit gerechnet.

3. Der Rosenbogenblick

29.09.2014, mittags
August 2014



Hier spare ich mir mal den Abendblick vom 20.09. - denn außer, dass es von den Farben her herbstlicher wird, hat sich hier kaum etwas getan. Die Rose "Veilchenblau", rechts am Rosenbogen, bildet neue lange Triebe, die wir noch einbinden müssen. Was man nicht sieht, ist, das wir jetzt ein Hausnummer haben. Gleich links von meinem Fotostandort. Muss ich euch auch noch zeigen! 

Mittwoch, 24. September 2014

Chili-Ernte



Die schönste Zierchili, die ich kenne: Bolivian Rainbow (C. annum)

Während die Gärtnerin beruflich unterwegs ist, muss ich hier die Stellung halten, die letzten Tomaten und vor allem Chilis ernten und verarbeiten und meinen ersten Blogeintrag schreiben. Trotz des etwas durchwachsenen Sommers lieferten die neuen Hochbeeten eine sehr gute Chili-Ernte. Der größte Teil davon wird zum Kochen eingefroren oder getrocknet und als Gewürz verwendet.
Die meisten Früchte hat die Aji Amarillo geliefert. Dies ist eine orange Capsicum baccatum Sorte. Die mittelscharfen Früchte lassen sich gut trocknen, weil sie recht dünnwandig ist. Außerdem hatten wir das erstmal Erfolg mit einer Rocoto (C. pubens Rocoto Not Brown.) Davon ist zwar erst eine reif, aber der Busch sitzt noch voller großer Früchte. Eine Habanero Chocolade (C. chinese) hatte in Tomatenhaus einen guten Platz und hat höllisch scharfe Chilis produziert (Achtung: Handschuhe tragen). Die Limon, die im letzten Jahr unzählig vielen Chilis geliefert hat, war dieses Jahr absolut enttäuschend. Nicht bewährt haben sich bei uns die Sorten Lemon Drop, Stavros und Aji Benito.

Die Chili-Ernte von Sonntag - die Sorten werden angezeigt, wenn man mit dem Mauszeiger über das Bild geht-
Aji Benito Limon Aji Amarillo Habanero Chocolade Stavros Aji Amarillo Aji Benito Rocoto Not Brown

Sonntag, 7. September 2014

Gab es dieses Jahr eigentlich Schmetterlinge?

Das habe ich mich jedenfalls bis Anfang der letzten Woche gefragt - selbst bei schönem Wetter habe ich bis dahin kaum welche gesehen und wenn, dann nur Kohlweißlinge. Warum die Schmetterlinge dieses Jahr so rar waren, bleibt mir jedenfalls ein Rätsel.
Seit Anfang der letzten Woche flogen dann plötzlich auch wieder Admirale in größeren Mengen um unseren Schmetterlingsflieder, der zur zweiten Blüte ansetzt. Leider ist er inzwischen zu groß geworden, um die erste Blüte komplett auszuputzen. Und so hat er nun neben den kleineren weißen Rispen auch einen Haufen lange braune Fruchtstände, die Blüten aus dem Frühsommer. Die Schmetterlinge stört es jedenfalls nicht.
Außer den Admiralen und den Kohlweißlingen (bei denen ich jetzt auch das Rätsel der unterschiedlichen Färbung gelöst habe - es gibt zwei Arten, bei denen Männchen und wibchen unterschiedlich gefärbt sind), habe ich in der letzten Woche Zitronenfalter sowie vereinzelte Taubenschwänzchen gesehen. Auch unsere Mittleren Weinschwärmer sind wieder da, jedenfalls hatten wir wieder ihre Raupen in den Fuchsien. Abends ist der Flieder umschwärmt von Nachtfaltern - welche, kann ich nicht sagen. Aber wenn wir in den letzten Abenden auf der Terrasse gesessen haben, ging es da zu wie in einem Taubenschlag. Was aber komplett fehlt, sind die Tagpfauenaugen, Diestelfalter und Kleinen Füchsen, die wir im letzten Jahr auch in so großer Zahl hatten. Auch die Gammafalter, die im letzten Jahr allgegenwärtig waren, habe ich dieses Jahr nicht mehr gesehen.


Ein Waldbrettspiel, fotografiert Anfang August
im Garten von Beth Chatto
Das vermutlich einzige Tagpfauenauge des Jahres,
aus dem Juli
Seit ein paar Tagen wieder da: Der Admiral
Er liebt unseren Schmetterlingsflieder
Ein großer Kohlweißling, ein Männchen
(keine Punkte auf dem Flügel) 


Ein Landkärtchen in der Sommerform - die erste
Generation im Frühsommer ist völlig anders gefärbt.
Gestern im Garten von Schloss Ippenburg
fotografiert - ein spontaner Besuch.
Und ein C-Falter, ebenfalls in Schloss Ippenburg. 
So ein blöder Name, der von der C-förmigen 
Markierung auf der Flügelunterseite kommt. 
Auf Englisch "The Comma", besser aber nicht viel.


Ich halte unseren Garten eigentlich für schmetterlingsfreundlich - keine Pestizide, langes Gras, viele Schmetterlingspflanzen. Aber im Baugebiet ist im letzten Jahr viel passiert. Da sind wahrscheinlich einfach die Flächen mit den Futterpflanzen verschwunden. Und wir haben auch keine Brennnesseln mehr - Das muss ich wieder ändern. Und, so traurig es ist, die meisten neuen "Gärten" bestehen aus Rasen und ein paar Heckenpflanzen. Alles andere wird weggespritzt. Klee oder Gänseblümchen im Rasen? Das geht ja gar nicht! Ein Nachbar am anderen Ende des Baugebiets hat zwei Bienenstöcke. Statt sich zu zu freuen, dass da jemand was für die Bestäubung der Pflanzen tut, hat sich da schon jemand beschwert, dass das ja viel zu gefährlich für die Kinder sei. Die haben aber auch gar nichts verstanden! Aber für einen sterilen Garten braucht man natürlich auch keine Insekten! Grummel, ich wollte doch nur ein paar Schmetterlingsfotos zeigen und jetzt habe ich mich doch wieder in Rage geschrieben. Schluss jetzt!

Donnerstag, 4. September 2014

Endlich wieder Sonne

Nach dem schrecklichen Einheitswetter der letzten Wochen, grau, windig, kühle 15 - 17°C, gelegentliche Regenschauer, das hier über uns festzusitzen schien, und in der der Herbst nicht nur eine Option, sondern eine Tatsache war - auf der Straße in die nächstgelegenene Kleinstadt sind schon alle Bäume herbstlich gelb verfärbt -  scheint heute endlich ein schöner Tag zu werden. Auch gestern Nachmittag wurde es zusehends besser, was dazu führte, dass ich a) über eine Stunde einfach in der Sonne gesessen und gelesen habe (Beth Chatto und Christopher Lloyds Briefwechsel: Dear Friend and Gardener, geschrieben über zwei Jahre Ende der 90er Jahre), b) endlich weiter machen konnte, einige Beete aufzuräumen und mit ein paar Herbsthighlights aufzupeppen, c) ein paar frühblühende Zwiebelpflanzen in die Beete gesetzt habe. Der Herr Gärtner habt derweil das Garagenbeet ein bisschen breiter gemacht, damit das sein Redesign bekommen kann (ein bisschen mehr Struktur, ein paar höhere Pflanzen und Stauden, die auch im Herbst noch attraktiv sind). Heute muss ich mal sichten, was da ist, und dann wird umgeplant.

Ich versuche ja, in meinen Beeten eine möglichst lange Blütezeit zu gestalten und war, nach dem Urlaub, total enttäuscht, dass im August so wenig noch blühte. Das ist natürlich nicht fair, wenn ich meinen Garten vergleiche mit den in England gesehenen, in denen es mehrere Gärtner, Gewächshäuser zur Stauden- und Einjährigenanzucht und überhaupt ganz andere räumliche Bedingungen gibt. Ich musste feststellen, dass ich in den meisten Beeten eine Spätsommer-/Herbstlücke habe, die besonders dadurch auffiel, dass auch die Rosen diesen Jahr bis zur 2. Blüte furchtbar lange brauchten. Gestern Abend, im Abendlicht - das ja alles ohnehin viel schöner macht, sah es dann schon gar nicht mehr so übel aus:




Das historische Rosenbeet am Feuerplatz








Die Rose du Roi hatte dieses Jahr noch nicht so viele Blüten, 
dafür waren die, die sie hatte, umso schöner. 
Und sie duftet ganz toll. 





Die Austin-Rose Heritage, die Ende Juli ganz nackt da stand, 
weil der Sternrußtau zugeschlagen hatte, sieht jetzt wieder gut
aus und blüht und duftet herrlich. Ich war ja zwischendurch 
versucht, zu spritzen. Jetzt bin ich froh, dass ich meinen 
Prinzipien treu geblieben bin und mich auf Schachtelhalmbrühe 
beschränkt habe. Die Rosen haben sich wirklich wieder gut erholt. 






Die Samen habe ich gekauft als Wilde Möhre "Mystery";
(eine fast schwarz Variante der Wildform 
von Daucus carota). Fast schwarz ist relativ, aber sie
 ist wirklich wunderschön und bringt so eine 
Leichtigkeit ins Beet. Die werde ich auf jeden Fall
wieder aussäen, vielleicht versamt sie sich aber 
auch frei. Das dürfte sie gerne.















Das ist die Stockrose Alcea rosea "Creme de Cassis",
 die ich letztes Jahr auf einem Staudenmarkt gefunden habe. 
 Dieses Jahr übertrifft sie sich selbst, sie hat gute 2 Meter 
 erreicht und blüht schon seit Wochen. 
 Wunderschöne barock anmutende Blüten.



Und das ist unser neues Schätzchen: Ein Frühbeet aus Holz. Das kam etwas ramponiert hier an und sah zunächst wenig attraktiv aus, da es schmutzigbraun gebeizt war. Bilder im Internet können wirklich trügerisch sein. Wir haben kurz überlegt, ob wir es zurück schicken, uns dann aber für einen weißen Anstrich entschieden. Die Farbe hatten wir noch und jetzt ist es im Kontrast zum roten Haus richtig attraktiv. Es soll die Voranzuchten und einige andere Pflanzen über den Winter beherbergen. Dafür wird es noch auf die im Winter sonnigere Südterasse umziehen. Das kleine Gewächshaus, das ja eigentlich den gleichen Zweck haben sollte, hat sich leider im letzen Winter als absolut ungeeignet herausgestellt - der erste Herbststurm hatte es bereits Ende Oktober auseinander genommen. Einen Wetterschutz hat es danach nicht mehr geboten.