Sonntag, 13. Juli 2014

Der Park der Sinne in Laatzen

Momentan ist es hier eher ruhig - das hat zwei Gründe:
  1. Das Wetter - wie immer! Wenn das Wetter brauchbar war, hatte ich keine Zeit für den Garten und zum bloggen, wenn ich Zeit für den Garten hatte, kippte es, was das Zeug hielt. Eine ganz dumme Kombination. 
  2. Keine Zeit ist das Stichwort - wir haben hier in Niedersachsen dieses Jahr ein extrem langes Schuljahr, so dass vieles, was in "normalen" Jahren um diese Zeit schon erledigt ist, erst jetzt ansteht. Und dann war ich in den letzten zwei Wochen dauernd dienstlich verreist (Fortbildung, Kommissionssitzungen usw.), so dass wenig Gelegenheit blieb, im Garten am roten Haus zu werkeln. Und noch weniger Zeit, auch noch einen Blogeintrag zu schreiben. 

Aber genug der Entschuldigungen - ich habe Dinge aufzuarbeiten, die sich angesammelt haben. In den nächsten Tagen gibt's daher mal wieder etwas mehr zu lesen.

Heute möchte ich euch von einem absoluten Kleinod erzählen, dass ich abends bei einem Spaziergang nach stundenlanger anstrengender Kommissionsarbeit - Feilschen um Formulierungen für das Kercurriculum Englisch - direkt neben dem Hotel in einem Industriegebiet in Laatzen entdeckt habe: Der Park der Sinne.

Abwechslungsreich gestaltete Landschaft.
Der Park der Sinne ist ein Überbleibsel der EXPO 2000 in Hannover und wurde damals im Rahmen zahlreicher Renaturierungsprojekte auf einer ehemaligen Schutthalde errichtet.
Der hannoversche Garten- und Landschaftsarchitekt Hans-Joachim Adam hat den Park inspiriert durch den Künstler und Philosophen Hugo Kükelhaus gestaltet.

"Die Entwicklung des Menschen wird von derjenigen Umwelt optimal gefördert, die eine Mannigfaltigkeit wohldosierter Reize gewährleistet. Ungeachtet der Frage, ob diese Reizwelt von physischen oder sozialen Verhältnissen und Faktoren aufgebaut ist - die Vielgestaltigkeit der Umwelt ist Lebensbedingung."
(Hugo Kükelhaus)


Bei einem Spaziergang durch den Park werden tatsächlich alle Sinne angesprochen - das Plätschern von Wasser, der Duft und die Farben von Blumen und die unterschiedliche Texturen der Steine, die überall im Park verteilt sind, werden ergänzt durch sogenannte "Erlebnisstationen": Da gibt es beispielsweise sich drehende Scheiben, die eigentlich zweifarbig, ein buntes Farbspiel ergeben, zwei riesige Schalltrichter, durch die man sich auch auf eine Entfernung von 30 Metern oder mehr flüsternd unterhalten kann, ein Summstein, ein mit Kräutern bepflanzter Picknicktisch und ein gigantisches Insektenauge, durch das man die Umwelt aus der Perspektive eines Insekts wahrnehmen kann.

Beeindruckt hat mich die Ruhe in diesem Park, der zugegebenermaßen an einem Donnerstagabend nicht mehr allzu voll war, aber eben doch in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten, einer Schnellstraße und einem Industriegebiet liegt. Und der absolut super gepflegte Zustand des Ganzen. Da lag kein Müll herum, alle Beete waren perfekt gepflegt und geschnitten, ohne dabei streng zu wirken. Das dabei auch noch die Sonne strahlte, hat natürlich sein Übriges dazu getan.

Um noch ein paar schöne Fotos zu bekommen und auch dem Herrn Gärtner den Park zu zeigen, machten wir uns heute Nachmittag auf den Weg und wurden noch auf der Fahrt dorthin von einem Wolkenbruch mit Hagel, Starkregen, Blitz und Donner aufgehalten.  Daher gibt es hier nun nur die Fotos, die ich neulich mit der Handykamera machen konnte, deren Qualität wie üblich leider etwas zu wünschen übrig lässt. Ich sollte mir angewöhnen nicht mehr ohne Kamera das Haus zu verlassen.


Spiel der Farben - Bunte Blumen wechseln sich mit parktypischen großen Rasenflächen ab.
Das Trockental - Auch Steine sind in die Gestaltung der Flächen mit einbezogen. 
Das Heckenlabyrinth - eine "märchenhafte" Reise, gespickt mit Hinweisen
Ein Ruheort mit bunter Pflanzung






Treffpunkt am Wasser - unzählige gelbe Teichrosen treiben auf dem Wasser
Der sprechende Stein - ein Steinkreis stellt alle wichtigen in Niedersachsen vorkommenden Steinarten vor. 

bis man zum Ziel kommt. Die Auflösung wäre, spätestens nach dem zweiten Hinweis nicht mehr nötig, gibt dem Ganzen aber noch einmal einen anderen Reiz, als "einfach nur" durch ein Heckenlabyrinth zu laufen.
Ort der Idylle
Der gedeckte Sabbat-Tisch - zum Essen vielleicht nicht zu gebrauchen.
Hier stand wohl auch mal ein jüdischer Kerzenleuchter,
den Vandalen abgebrochen haben. 

1 Kommentar:

  1. Vor zwei Jahren waren wir auch schon mal im Park der Sinne. Ein wirklich beeindruckendes Erlebnis, das man nur jedem empfehlen kann, der irgendwie mal in die Nähe kommt.
    Und das ganz faszinierende dabei: es kostet keinen Eintritt!
    Neben den von Dir erwähnten Stationen fand ich auch noch die menschliche Sonnenuhr recht beeindruckend. Entsprechend seiner Körpergröße muss man sich an eine bestimmte Stelle stellen (Wiederholungsfehler! ;-)), und dann zeigt der Schatten des Kopfes auf die richtige Uhrzeit. Kann man natürlich nicht im eigenen Garten machen.
    Toll fand ich auch die Ecke mit ganz vielen Kräutern. Leider sind meine botanischen Kenntnisse noch zu schlecht. Gern hätte ich oft gewusst, was welches Kraut ist. Schade, dass das nicht beschriftet war.
    Aber ansonsten: wirklich schön.

    AntwortenLöschen