Montag, 5. Mai 2014

Der natürliche Feind

Obwohl ich eigentlich nach einer mehr als einwöchigen Blogpause ganz viel zu berichten hätte (Remeringhausen, Gardena-Schlauchtest, plötzlich auftauchende exotische Pflanzen, eine geplante Gartenreise... um nur einiges zu nennen) beschäftigt mich heute vor allem eins:
Schnecke oder Wühlmaus? Wer ist der natürlichere Feind des Gärtners? Die letzten Tage haben mich an den Rand meiner Philosophie der friedlichen Koexistenz, des Lebens und Lebenlassens, gebracht. Keine Chemie, keine Gewalt gegen Lebewesen in meinem Gärten. Jedes Lebewesen hat seinen Platz und seine Funktion, ihr kennt das. Ich habe das schon ausführlich beschrieben.
Die Schnecken waren plötzlich überall und sind gefräßig über mein Gemüse hergefallen. Schlimmer als im letzten Jahr, aber bisher hat ihnen selbst der Salat widerstanden. Beherztes Absammeln und ein Abtransport ins Schneckenparadies (Müllkippe) hat dieses Problem jetzt erst mal in den Griff gekriegt.
Nein, ich glaube, die Wühlmaus ist der natürliche Feind des Gärtners. Vielleicht erinnert ihr euch noch an das Kraterfeld aus dem Winter? Unsere Hoffnung, dass es ein Maulwurf sein könnte, hat sich leider nicht bestätigt. Unzählige Tulpen und Traubenhyazinthen, mindestens einen Rittersporn und einen Phlox hat das Vieh ( vermutlich eher die Wühlmausgroßfamilie, die hier eine Riesenparty gefeiert haben) auf dem Gewissen. Einige trieben gleich verkrüppelt aus, andere blühten und ließen sich dann hängen. Immerhin hatte ich so immer "Schnittblumen" im Haus. Was dem ganzen dann aber die Krone aufsetzte, war, was ich erst heute so richtig realisiert habe: während die anderen Apfelbäume inzwischen abgeblüht sind, Fruchtansätze gebildet haben und voll im Laub stehen, sieht der Zierapfel "Evereste" so aus:
Wenige, aufgerollte Blätter; eingetrocknete Blüten, vom Wurzelballen ist
nahezu nichts übrig geblieben.

Was tun? Das Internet gibt unglaublich hilfreiche Ratschläge: Der Ultraschallwühlmausschreck ist noch das harmloseste. Es gibt Fallen, die wie Folterinstrumente aussehen, Lebendfallen (und wohin dann mit dem Vieh? Im nächsten Tierheim abgeben?), natürlich Gift und Giftgas und verschiedenste Möglichkeiten der "Vergrämung". 100% Sicher funktioniert wohl nichts. Sicher funktioniert wohl nur MauKi - der Mauskiller! Der produziert Kohlenstoffmonoxid, das in die Wühlmausgänge eingeleitet wird. Also auch so eine Art Giftgas.
Ach ja, den schönsten Tipp, den ich bekommen habe, war, den natürlichen Feind der Wühlmaus zu fördern. Ich hab dann daraufhin mal die hier wohnenden natürlichen Feinde befragt. Sie zeigten nicht sonderlich viel Begeisterung...
Teddy - schläft lieber

Anton - putzt sich lieber

Tomtom - dröhnt sich lieber mit Katzenminze zu

Momentan stehen wir der Wühlmaussituation also ratlos gegenüber. Wenn also noch jemand einen guten Tipp gegen die Wühlmaus hat, dann würde ich mich über einen Kommentar hier freuen...

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