Montag, 13. Januar 2014

Gartenkochevent Zitrone

Garten-Koch-Event Januar 2014: Zitronen [31.01.2014]Der Garten liegt momentan brach, ein Sturm jagt den nächsten  und so kann ich mich nicht recht motivieren, da raus zu gehen und Dinge zu tun. Die bereits erwähnte Hand-OP tut ihr übriges, denn richtig Zupacken wird wohl in den nächsten Wochen noch schwierig. Also verlege ich mich auf andere Dinge. Zum Glück teilen der Herr Gärtner und ich noch eine weitere Leidenschaft: Kochen und gutes Essen. Um so mehr freut es mich, dass im Gärtnerblog ein Kochevent ausgerufen wurde: Zitronen.

Zitronen haben wir keine im Garten, im Haus halten wir - für kulinarische Zwecke - eine Citrus hystrix (Kaffirlimette, wichtig für die Thaiküche, gibt einen wunderbar zitronigen Duft und ein feines, leicht säuerliches Aroma). Sie fristet so ein bisschen ein Dasein in der Ecke, denn dekorativ geht anders, obwohl ich langsam auch ihren spröden stacheligen Charme erkenne. Soweit also meine gärtnerischen Erfahrungen mit Zitrusfrüchten, kulinarisch sieht es da schon ganz anders aus!

Eins meiner momentanen Lieblingskochbücher (Ottolenghis "Das Kochbuch") beginnt sinngemäß mit dem Satz: Wer keine Zitronen und keinen Knoblauch mag, möge das Buch am besten gleich wieder zur Seite legen. Zum Glück mag ich beides und daher gibt es heute ein Essen, das beides in größeren Mengen enthält und ein Tellerlecker zu werden verspricht. Dies ist nun grad nicht aus dem Ottolenghi, sondern aus dem wunderschönen "What Katie ate" (die Autorin betreibt einen gleichnamigen Blog) ist und machte mir mit dem Duft, der den ganzen Samstag aus der Küche waberte, stundenlang den Mund wässrig.

Katie's 8-Stunden Lamm in Zitronendressing

Es beginnt mit dem Knoblauch - 3 Knollen sollten es schon sein.




Eine gute Handvoll Rosmarinzweige werden mit 2 halbierten Knoblauchknollen (nicht schälen, nur durchschneiden) und 2 geviertelten Zwiebeln in einen Bräter gegeben.
Eine schöne Lammkeule (bei uns waren es 1,8kg deutsches Biolamm und ergab Essen für mehrere Tage) , waschen und mit gutem Olivenöl rundum massieren. Mit den Zehen der 3. Knoblauchknolle sowie einer weiteren Handvoll Rosmarinzeigen spicken: Dazu mit einem spitzen Messer Löcher in das Fleisch piksen, eine halbierte Knoblauchzehe und ein Stück Rosmarinzweig hineinstecken. Dann noch schön salzen und pfeffern, in den Bräter legen, dem ganzen eine lockere Alufolienhaube verpassen und ab in den Ofen.



Bei uns schmorte die Keule bei 140°C Umluft ca. 5,5 Stunden vor sich hin, dann habe ich die Temperatur auf 100°C runter gedreht und das ganze weitere 2 Stunden im Ofen gelassen.. Zwischendurch, wenn der Bräter zu trocken werden drohte, gab es ein Schlückchen Wasser, damit nichts anbrennt.  Dem Lamm macht es nichts, wenn es noch eine halbe Stunde länger im Ofen bleibt.

Und wo bleibt die Zitrone, fragt ihr euch jetzt vielleicht. Nur nicht ungeduldig werden, die kommt noch und zwar reichlich! Das Fleisch wird nämlich am Ende in Stücke gerissen - zerfetzt, so richtig rustikal, mit einer Gabel oder den Händen und dann mit einem köstlichen Dressing veredelt!
Tatsächlich muss man eigentlich erst mit dem Rest anfangen, wenn das Fleisch eigentlich gar ist:


Für das Dressing braucht ihr den Saft und die abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone. Außerdem Kräuter und zwar reichlich: jeweils eine große Handvoll Basilikum, Petersilie und Minze sollte es schon sein. Wir hatten etwas wenig Minze, da das Winterwetter und die Minzekäfer unseren reichlichen Minzevorräten arg zugesetzt hatten. Davon beim nächsten Mal unbedingt mehr. Die Kräuter, den Zitronensaft und die Zitronenschale zusammen mit einem EL Dijonsenf, einem EL Sherryessig, einem EL Kapern, 2-3 Sardellenfilets sowie 125ml Olivenöl in einem Mixer pürieren.
Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken die. Ich habe dann auch noch Balsam Essig benutzt, um den Geschmack etwas abzurunden.

Die Schale einer weiteren Zitrone abreiben oder mit einem Sparschäler abziehen und in dünne Streifen schneiden. Eine oder zwei Zitronen in Spalten schneiden und beides zur Seite stellen.

Das Fleisch vom Knochen lösen und mit einer Gabel oder den Fingern in mundgerechte Streifen reißen. Auf einer Platte anrichten, 200 g Feta darüber bröckeln und das Dressing darüber gießen. Jetzt dürfte auch gerne mit den Fingern das Ganze durchrühren, damit sich Sauce und Fleisch zu einem leckeren Ensemble verbinden. Zum Schluss mit den Zitronenspalten und der Zitronenschale garnieren und genießen.

Das Ganze hat ein unglaubliches zitroniges Aroma und duftet herrlich. Und so sieht das ganze am Schluss aus:




Da wir seit geraumer Zeit Low Carb essen, gab es als Beilage nur einen - ebenfalls zitronigen - Libanesischen Rotkohlsalat. Für Brotesser bietet sich natürlich schönes frisches Baguette oder Ciabatta an, um damit die umwerfend zitronige Sauce aufzudippen!

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