Sonntag, 27. Oktober 2013

Educated beetles do it

Die momentan eher frühlingshaften bis fast schon sommerlichen Temperaturen führen nicht nur dazu, dass die Rosen noch blühen was das Zeig hält, sondern auch, dass die Tierwelt, die sich in unserem Garten tummelt, ein wenig aus dem Takt gekommen scheint. Beobachtete ich gestern eine Meise, die die aufgehängten Brutkästen auf Eignung inspizierte, konnte ich vor ein paar Tagen einige wunderschön blau glänzenden Käfer auf meiner Minze fotografieren, die sich ebenfalls in der Jahreszeit vertan haben müssen, denn ob das Ergebnis dieses Paarungsversuchs noch den Winter überstehen wird, sei mal dahin gestellt. 

Birds do it, bees do it, even educated beetles do it...
Da hat doch schon wer zur Stärkung an dem Blatt genagt
Lieber der neugierigen Fotografin schnell den Rücken zugekehrt!

Die Eile gebot übrigens Aufnahmen aus der Hand, mit Makro ohne Stativ, denn wer weiß schon wie lange so ein Käferpaar braucht. Da gibt es ja aus der Tierwelt die unterschiedlichsten Zeiten - von wenigen Sekunden bis hin zu mehrere Wochen dauernden Paarungsakten: Für Stabheuschrecken hätte ich noch das Stativ holen und auf die bestmögliche Beleuchtung und die beste Position warten können - da dauert "es" bis zu 10 Wochen, ehe er sie wieder loslässt, bei einer Wespenspinne hätte es nicht mal zum Holen der Kamera gereicht 5 - 7 Sekunden! 

Aber so dekorativ und unterhaltsam dieser Käfer auch ist - leider handelt es sich um den Minzenblattkäfer und der (bzw. seine Larven) kann, wenn er sich denn "zeitgemäß" fortpflanzt und größere Bestände bildet, auch mal so ein ganzen Minzefeld wie das unsere abnagen. Also heißt es im Frühjahr: Augen auf und Käfer umsiedeln. 

(Ich liebe die Autokorrektur von Blogger - da wird aus einem Minzefeld schnell mal ein Minenfeld, wenn man nicht aufpasst. Und das habe ich nun wirklich nicht im Garten!) 

Montag, 21. Oktober 2013

Herbstfarben und letzte Blüten

Geschafft - und das fast ohne Muskelkater. Der Erdhaufen ist deutlich geschrumpft, dafür haben wir jetzt eine mehr oder weniger gerade Fläche neben unserem Carport, auf dem im Frühjahr unsere Obstbaumwiese entstehen kann. Wir haben die Aussaat der Blumenwiese verschoben, damit die enthaltenen Blumensamen eine Chance haben. Jetzt würden sie vielleicht noch keimen, aber dann den Winter nicht überstehen. Oder eben nicht mehr keimen, hätten es dann aber im Frühjahr schwer, sich gegen den bis dahin aufgelaufenen Rasen durchzusetzen.

Aber drei Obstbäume haben wir bereits gepflanzt: Eine Sauerkirsche "Safir", eine Zwetsche "Jojo" und eine Mirabelle "Bellamira", jeweils als Busch auf schwachwachsender Unterlage. Bei der Mirabelle und der Pflaume ist das "Pixy", bei der Kirche leider nicht die gewünschte Gisela 5, sondern Prunus avium - lt. Aussage der Baumschule wird sie trotzdem nur ca. 3x3 Meter groß, also ohne Leiter und großen Aufwand zu beernten. Hoffen wir mal, dass das stimmt. Einen 10 Meter hohen Kirschbaum wollten wir eigentlich nicht direkt neben der Einfahrt haben.

Am Freitag bin ich endlich mal wieder mit der Kamera los gezogen um die letzten Blüten und die Herbstfarben fest zu halten, musste aber feststellen, dass das mit den letzten Blüten nicht so einfach war - Rosen, Fingerhüte, Borretsch, Sonnenbraut, Gaura und vieles andere mehr machte mir eine Strich durch die Rechnung. Es scheint den Pflanzen so zu gehen wie mir - sie wollen den Sommer noch nicht so recht gehen lassen und legen sich noch mal mächtig ins Zeug:


 



Die Herbstfarben leuchten allerdings mit den Blüten um die Wette und schreien "Natürlich ist Herbst", besonders wenn die Sonne scheint, so wie am Freitag nachmittag oder heute:   




Vielleicht muss ich mich dann doch langsam mit dem Gedanken abfinden, dass es Zeit ist, die Gartenmöbel einzumotten und mich und den Garten winterfest zu machen. Immerhin gibt es bereits seit gut vier Wochen das hier: 



Samstag, 12. Oktober 2013

Herbstferien = Arbeitsferien

Seit gut einer Woche haben wir Herbstferien, aber statt auf der faulen Haut zu liegen oder gar die Zeit sinnvoll für Korrekturarbeiten zu nutzen, verbringen wir so viel Zeit, wie uns das Wetter lässt, draußen und arbeiten unser Projekt "Tiefer gelegter Sitzplatz umgeben von historischen Rosen" ab...

Das stand ja schon im Sommer eigentlich auf Tagesordnung, ist dann aber wegen Hitze vertagt worden. Manchmal ist es ja auch ganz gut, dass man Sachen nicht sofort in die Tat umsetzen kann, denn so reifen die Ideen ein bisschen nach und werden realistischer umsetzbar. Daher ist jetzt auch der geplante Sitzplatz nicht mehr 4 Meter im Durchmesser, sondern nur noch 2,50 Meter und er liegt auch nicht 50cm tiefer sondern nur 30cm. Das Rosenbeet liegt jetzt auf normalen Bodenniveau. Der Innenkreis bekommt eine kleine Trockenmauer aus dem lokalen Sandstein (Obernkirchener) und in die Mauer werden auch gleich die Sitzgelegenheiten in Form von etwas größeren Felsquadern eingebaut. Bestellt sind sie schon, wir müssen nur noch eine Methode finden, diese Felsen (geschätzte 130 kg pro Stück) von der Auffahrt ins Beet zu bekommen.

Dieses Projekt zog allerdings einen Rattenschwanz an vorbereitenden Arbeiten nach sich - nicht alle davon so angenehm wie das Aussuchen der Rosen bei Rosen Schulheiss: Da wir letztes Wochenende bei meinem Bruder in der Nähe von Frankfurt waren und auf der Rückfahrt nahezu an Steinfurth (größte Konzentration von Rosenbaumschulen in Deutschland) vorbei kamen, mussten wir trotz strömenden Regens einen Abstecher machen - sehr zum Leidwesen der Gärtnerinnenmutter, die auch im Auto saß. Leider habe ich keinen Kombi, so dass das auto mit drei Personen und deren Gepäck schon ziemlich voll war. Trotzdem haben noch vier Rosen - sozusagen als Grundstock für das Beet -  ihren Weg von Steinfurth nach Hohnhorst gefunden. Den Rest habe ich aus dem riesigen Angebot an historischen Rosen bei Schulheis bestellt und hoffe, dass sie noch vor dem Frost ankommen.

Besuch in Steinfurth, erst bei Schultheis, 



Dann bei Rosen Union: 



Der Rattenschwanz begann, als der Herr Gärtner meinte, dass wir dann ja noch Erde bräuchten, um die neuen Rosenbeete zu füllen, für die wir Grasnarbe abgestochen haben. Wenn wir aber Erde anliefern lassen, brauchen wir den Platz auf der Fläche neben dem Carport auf der noch der Rindenmulch lagerte. Der provisorische  Weg zu den Nachbarn war auch im Weg und musste rückgebaut werden, genau wie der Rindenmulch und der Kompost umgelagert werden musste. Der Kompost konnte aber nur unter die Weide, dahin, wo dieses Jahr das Frühbeet war. Die Möhren und Radieschen, die darin noch wuchsen, mussten also weichen, genau wie der Frühbeetrahmen.  Na, und so kam eins zum anderen. Das eigentlich Anlegen des Beets mit Abstechen der Rasensoden und Umgraben hat dabei am wenigsten Zeit gebraucht. 




Gestern kam - wieder in strömenden Regen - die Erde, heute mussten wir vor dem Verteilen noch die Fläche neben dem Carport von dem Grasschnitt befreien, mit dem wir sie gemulcht hatten. Nach dem Regen gestern war das eine ganz schöne Schmiererei, denn der Grasschnitt war schön angerottet und verklebt, der Boden matschig.
Der Haufen sieht hier auf dem Foto ganz niedlich aus, er ist ber bestimmt 1,5 Meter hoch, 2 Meter breit und 4 Meter lang.


Und dann musste der Herr Gärtner, während ich anfing, die Erde zu verteilen auch noch das machen, was er schon seit unserem Einzug vor sich hergeschoben hatte: Er musste ein Probegrabung quer über die Fläche machen, um das Stromkabel zu finden, das uns ja schon in der Bauphase Sorgen machte. Da wir Obstbäume auf die Fläche setzen wollen, wollten wir sicher gehen, dass wir sie nicht in den Korridor stellen, in dem das Kabel liegt, damit wir sie nicht fällen müssen, falls irgendwann irgendjemand mal wieder an dieses Kabel muss. Kurz bevor es wieder anfing zu Regnen, als der Herr Gärtner schon bis über die Hüfte in seinem Graben stand, kam dann das Corpus delicti zum Vorschein: Ein gelber Plastikstreifen, der über der Kabelabdeckung lag.


Kaum hatten wir die Stelle markiert und vermessen, ging der Regen wieder los, so dass ich nun zur Untätigkeit verdammt, hier schreiben kann. Eine Woche haben wir noch und neben den groben Arbeiten wollte ich eigentlich noch ein paar notwendige pflegerische Dinge im Garten tun, ihn winterfest machen. Mal schauen, wie weit wir kommen. Jetzt haben erst mal Erdarbeiten Vorrang!