Sonntag, 18. August 2013

Leckeres aus dem Gemüsegarten

Das Messer, zum Größenvergleich, ist mein
größtes Kochmesser!
Während die Tomaten und Chilis jetzt so langsam in die Gänge kommen und ich vorgestern die Mutter und den Vater aller Möhren geerntet habe (Das Messer ist ein großes Kochmesser), ist die bisherige Gemüsebilanz eher mau. Darüber habe ich ja bereits geschrieben. Inzwischen habe ich auch den Blumenkohl und den Kohlrabi entsorgt, da beides durch den Stängel hoch von irgendetwas komplett zerfressen war. Zwei Kohlrabis konnte ich noch retten. Die zweite Radieschen-, Salat- und Korianderrutsche ist vom Aufkeimen sozusagen im Turbo direkt in die Blüte geschossen. Denen war es wohl im Juli zu warm.

Corazon de Bol, Ochsenherztomate
Wenn die alle reif werden, haben wir
Tomaten im Überfluss.
Czech Black - sie reifen wohl rot ab,
aber im Moment machen sie ihrem Namen
alle Ehre. 

Die verbliebene Zucchini und der Kürbis, die so standhaft den Schnecken getrotzt haben und jetzt immerhin noch Blätter haben und Blüten bekommen, haben leider noch keine Früchte angesetzt. Bisher sieht man nur männliche Blüten. Ob das noch was wird, sei mal dahingestellt!

Was gut ging, wie gesagt, die Möhren, die bekommen  nächstes Jahr definitiv mehr Platz im Beet. Ein gutes Kilo habe ich am Donnerstag nochmal rausgeholt und ein paar stehen auch noch.

Der Sellerie ist gut gewachsen und weitgehend von
Schnecken und anderem Getier verschont geblieben. 
Um die Reihen im Gemüsebeet  etwas zu lichten habe ich dann auch die ersten Pastinaken geerntet, die gab es mit Aioli aus dem Backofen zu Gegrilltem, gestern gab es dann gegrillten Sellerie - ich konnte es mir erst nicht vorstellen, es schmeckte aber ausgesprochen gut!

 Jedenfalls habe ich in der letzten Woche in den etwas verwilderten Gemüsebeeten gewirbelt und die frei gewordenen Bereiche neu besät: Koriander, noch mal Radieschen, Pakchoi, Rote Bete (etwas spät, aber selbst wenn es nur kleine Betekugeln werden, reicht es mir und die Blätter sind lecker im Salat) und noch mal Pflücksalat.



Mit dem bisher geernteten Gemüse haben wir lauter leckere Sachen gekocht:


  • die beste Möhrensuppe der Welt
  • Wurzelgemüse aus dem Backofen
  • Gegrillter Sellerie
Hier geht's weiter zu den Rezepten:


Die beste Möhrensuppe der Welt:  Möhrensuppe mit Ingwer und Kokos

1 kg Möhren
1 Stück Ingwer (ca. Walnussgroß)
2-3 Knoblauchzehen
1 TL Thaicurrypaste, grün
250g Rinderhack 
1 l Rinderbrühe
1 Dose Kokosmilch
Limettensaft, Salz, ggfs. etwas Koriander

Knoblauch und Ingwer fein hacken, in Öl andünsten. 
Den größten Teil der Ingwer-Knoblauchmischung aus dem Topf nehmen, Hackfleisch mit dem Rest anbraten, ½ TL Currypaste und ½ TL Salz dazu. 
Hackfleisch aus dem Topf nehmen, Ingwer-Knoblauchmischung mit einem weiteren ½ TL Currypaste noch mal erwärmen, dann Möhren dazu und zusammen ca. 3-5 Min. dünsten. 
Mit Rinderbrühe aufgießen und ca. 15 Min. bei kleiner Hitze köcheln lassen. 
Danach Möhren pürieren, die entstandene Suppe mit Kokosmilch aufgießen und Hackfleisch dazu geben. Noch mal aufkochen und mit Salz und Limettensaft abschmecken. 
Vor dem Servieren gern noch Koriander drüber streuen. 
Die Suppe schmeckt deshalb so großartig, weil sie, wie in der Thaiküche angestrebt, tatsächlich die vier wichtigsten Geschmacksnuancen vereinigt: Sie ist süß durch die Möhren, durch die Currypaste hat sie eine deutliche Schärfe, und natürlich ist sie auch salzig (man kann statt Salz auch klassischer Thai-Fischsauce verwende). Der Limettensaft, der ganz am Schluss hineinkommt, rundet den Geschmack mit einer säuerlichen Note ab. Sooooooo köstlich! 


Wurzelgemüse aus dem Backofen (variiert nach einem Rezept von Jamie Oliver)
Das Bild ist schon älter, von Anfang des Jahres, kurz bevor
wir auf eine Low Carb-Ernährung umgestellt haben. Daher
sind hier auch noch Kartoffeln dabei. 

ca. 1 kg Wurzelgemüse nach Belieben (Möhren, Pastinaken, Petersilienwurzeln)
2 große Zwiebeln
ein paar Zehen Knoblauch
Meersalz mit Chili
Pfeffer aus der Mühle
Olivenöl
2 - 3 Zweige Rosmarin

Das Gemüse putzen und in fingergroße Stifte schneiden. In etwas Salzwasser ca. 10 Min. kochen, nicht durch, aber so, dass die Oberfläche weich wird. 
Währenddessen Zwieben vierteln (oder achteln), je nach Größe, Knoblauch schälen, aber die Zehen ganz lassen. 
Das Gemüse durch ein Sieb abgießen und - wichtig - im Sieb kräftig Schütteln, so dass die Oberfläche etwas aufreißt. Das gibt hinterher im Backofen eine tolle Kruste. Zwiebel, Knoblauch und Gemüse auf einem Backblech verteilen, mit Salz und Pfeffer nach Geschmack bestreuen. Die Rosmarinzweige zwischen das Gemüse legen. Zum Schluss eine großzügige Menge Olivenöl darüber gießen. 
Für ca. 30 Minuten bei ca. 200°C im Backofen garen. 
Dazu ein selbstgemachtes Aioli (eine ganze der kleineren eigenen Knoblauchknollen ist da rein gewandert), ein schönes gegrilltes Steak und ein gutes Glas Wein an einem lauen Sommerabend auf der Terrasse. Yummy! 


Gegrillter Sellerie

Das war eigentlich ein Verlegenheitsexperiment, das mich total überzeugt hat: Eigentlich sollte es gestern Hackbällchen in Tomatensauce mit Selleriepüree geben. Da ich aber bei dem schönen Wetter keine Lust hatte, drinnen zu kochen, musste es Improvisiertes vom Grill geben. Also habe ich Köttbullar-Zucchini-Spieße erfunden (auch wenn das jetzt unser Bio-Öko-Image zerstört: TK-Köttbullar vom Schwedischen Möbelhaus) und gelbe Bio-Zucchini aus der Gemüsekiste.

Sellerie schälen und in ca. 1cm dicke Scheiben schneiden und dann in etwas Essigsalzwasser (1 Liter Wasser, 2 TL Salz, ein guter Schuss Essig) 10 Min. garen. Eine Marinade aus Öl, Kräutern, Salz und Chili herstellen (oder eine Gewürzmischung, z.B. Arrabiata-Gewürz nutzen) und auf den abgetropften Sellerie pinseln.
Auf dem Grill bei mittlerer Hitze von jeder Seite 2-3 Minuten grillen.





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