Sonntag, 26. Mai 2013

Ein total verregnetes Wochenende

Blick aus dem Wohnzimmerfenster
Dieses Jahr scheint das Wetter zu meinem Hauptthema zu werden. Wie langweilig! Aber momentan ist es wieder so, dass das schlechte Wetter - Regen, Wind, teilweise tagsüber einstellige Temperaturen, momentan sind es 9°C - uns effektiv von der Gartenarbeit abhält. Am Donnerstag wehte ein Sturm hier durch, der zum Glück keine größeren Schäden angerichtet hat, nur das hohe Gras liegt jetzt etwas platt darnieder. Meinen Rücken freut's, mich nervt es inzwischen. Die Kater sind bereits seit zwei Tagen drinnen und liegen entweder gelangweilt hier herum oder laufen herum wie gefangene Tiger. Was sie immer noch nicht begreifen ist, dass vorne das gleiche blöde Wetter herrscht wie hinten, es also egal ist, vor welcher Tür man herumlungert und dass Frauchen auch nichts tun kann, um den Regen auszuschalten. Irgendwie scheint dieses Jahr nicht so richtig in Gang zu kommen und ich habe Angst, dass der Sommer vorbei ist, bevor er richtig angefangen hat. Ich will endlich mal abends draußen sitzen, grillen, Wein trinken und meinen Garten genießen. 

Die Tomaten, die ich in freudiger Erwartung besseren Wetters am Pfingstdienstag ausgepflanzt bzw. in Kübeln in eine geschützte Ecke gestellt habe, zeigen, genau wie die Chilies des Herrn Gärtners und dem Basilikum deutliche Erfrierungserscheinungen. Dabei habe ich nun wirklich bis nach den Eisheiligen gewartet... 
Die haben sich aber dieses Jahr tatsächlich an die Kalenderverschiebung gehalten - die Tage der Eisheiligen liegen zwar Mitte Mai, durch die Kalenderreform irgendwann unter Papst Gregor findet die tatsächliche Wettersingularität - eine deutliche Temperaturabsenkung nach einer Phase warmen Wetters - aber eher um eine Woche bis 10 Tage verschoben statt. Genaueres kann man hier bei der allwissenden Müllhalde nachlesen: Eisheilige

Es gab zwar keine Fröste mehr, trotzdem setzen die momentan niedrigen Temperaturen natürlich den wärmeliebenden Pflanzen (Tomaten, Chilies, Basilikum, Aubergine, Artischocke, der Olive, die inzwischen aus ihrem Winterquartier zu uns zurückgekehrt ist) extrem zu. Eigentlich kann ich nur froh sein, dass mich das schlechte Wetter (s.o.) bisher davon abgehalten hat, den Carportschuppen zu streichen, denn sonst wären wohl auch die Tomaten, die bisher im Gewächshaus darauf warten, ausgepflanzt zu werden, bereits ins Beet vor dem Schuppen gewandert und inzwischen entweder abgesoffen oder eben auch erfroren. Leider ist das Gewächshaus zu voll um da die restlichen Pflanzen auch noch in Sicherheit zu bringen. 


Allium atropurpureum













Trotzdem, ein paar schöne Lichtblicke möchte ich euch nicht vorenthalten: Der Zierlauch Allium atropurpureum  blüht und ist ein absoluter Blickfang im noch nicht ganz fertig gestalteten Buchsparterre und auch die Margeriten fangen an zu blühen. Ich denke im Lauf der Woche wird sich unser Blumenrasen - der trotz allem eher eine Blumenwiese geworden ist - in seiner vollen Pracht zeigen. Jetzt zeigt sich übrigens auch, dass es sinnvoll ist, eine Blumenwiese (oder -rasen) auf abgemagerten Boden anzulegen. Auf der Seite des Hauses, die den fetten Oberboden abbekommen hat, wächst deutlich mehr Gras und weniger Blumen! 










Gartengestaltungstechnisch beschäftigen wir uns momentan mit Sichtachsen und einer entsprechenden Wegführung durch den Garten. Ich habe ja schon mal geschrieben, dass ich Wege in den Blumenrasen gemäht habe, die eine zukünftige Gliederung vorwegnehmen sollen. Rund um die Bäume bleiben Blumenraseninseln stehen, die Wege führen als "Schlenderpfade" um die Raseninseln herum. Hier sieht man das ganz deutlich, der Weg von der Wintergartenecke zum Asiagarten wird später eine der Hauptsichtachsen des Gartens werden. 


Diese Wege führen zwischen den Blumenraseninseln auf den Asiagarten zu, der übrigens neulich um einige Sandsteine ergänzt wurde. Den direkten Blick auf diesen Gartenteil von der Terasse wird zukünftig eine Kolkwitzie verhindern, die wir ebenfalls in eine der Blumeninseln gesetzt haben.



Hier entsteht eine Sichtachse, die vom zentralen Apfelbaum im Buchsparterre bis zum Sitzplatz im Asiagarten reichen wird. Sie wird links von der Kolkwitzie und rechts vom Judasbaum begrenzt werden. Natürlich muss der Apfelbaum noch deutlich üppiger werden um zum Blickfang zu werden aber so ist das nun mal bei einem Garten in der Entstehung. Vorne, neben der Südterasse wird sicherlich beettechnisch noch etwas passieren, was aber momentan gedanklich noch nicht ganz ausgereift ist. 

Blumenhartriegel - Cornus kousa "Satomi"

Sandsteinensemble im Asiagarten
Und mit diesem Bild verabschiede ich mich für heute -  und hoffe, dass ich im nächsten Post nicht mehr über das Wetter jammern muss. 









Donnerstag, 16. Mai 2013

Schattengewächse

Meine Lieblingsblume im Frühling ist das Vergissmeinnicht - klein, auf den ersten Blick ein bisschen unscheinbar und trotzdem fröhlich.  Sie muss sich hier im Garten noch ausbreiten und das darf sie auch, gerne und reichlich - ich habe sogar noch ein Samentütchen gekauft um sie hier und da anzusiedeln. Vergissmeinnicht passen einfach überall. Hier hängen sie auf Augenhöhe - so sieht man sie selten - im Rosenbogen (ein Beispiel für ihren Ausbreitungsdrang, denn gepflanzt habe ich sie in diesem Hängekorb sicherlich nicht!).


Vergissmeinnicht - Myosotis arvensis

Im Schatten wachsen sie auch - genau so wie Funkien und Farne, von denen ich inzwischen neben anderen Schattenpflanzen eine beachtliche Kollektion habe. 

Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium)
Erfahrungen mit dem Pflanzen im Schatten konnte ich ausgiebig in Kolenfeld sammeln, denn der dortige Garten hatte eins im Überfluss - Schatten. Sonnenplätze waren rar.


Unbekannte Schönheit, eine Dryopteris-Art, evtl. dilata 
oder affinis?
Es hat damals ein bisschen gedauert, bis ich den Reiz und die Schönheit dieser unaufdringlichen Pflanzen zu schätzen gelernt habe, jetzt aber möchte ich sie nicht mehr missen. Ich finde, dass es ein wunderschöner Anblick ist, wenn die Farnwedel sich entrollen und die Funkien wie kleine Speerspitzen aus dem kalten Boden gucken. Ich erinnere mich noch gut - vor vier Wochen habe ich täglich auf dem Boden vor meinen Schattenbeeten gehockt und habe die Mulchschicht zur Seite gekratzt, um einen Blick auf die Spitzen der Funkien zu erhaschen. So spät wie alles in diesem Jahr dran war, hatte ich schon Sorge, dass sie möglicherweise den Winter nicht überlebt hätten.



Echter Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)




Unbekannte Schönheit - was schon ein bisschen
peinlich ist, denn diesen Farn habe ich erst
vor zwei Wochen gepflanzt... Update: Ich bin ihm
auf die Spur gekommen: Es ist Cheilantes 
Lanosa - auf deutsch Haariger Pelzfarn. Er hat 
ganz weiche, behaarte Blätter, daher der 
Name. 
Dieser Farn wäre letztes Jahr beinahe eingegangen, daher mickert er noch ein bisschen! Könnte 
ein Schwarzstieliger Streifenfarn (Asplenium adiantum-nigrum) sein. Habe ich einen Streifenfarn gekauft? Ich kann mich einfach nicht mehr erinnern...
Aber nun sind alle wieder da - Funkien und Farne - leider fehlen mir zu den meisten dieser Schönheiten die Namen und auch bei meinen Farnen bin ich leider nicht mehr in der Lage, sie anzusprechen (oben ist nur eine Auswahl). Ich habe zwar ein Unmenge an Pflanzenschildern aufgehoben, aber natürlich nicht die, die ich jetzt bräuchte... Bei den Farnen muss ich wohl warten, bis sie etwas größer sind und bei den Funkien benötige ich evtl. einschlägige Literatur, denn die umgekehrte Bildersuche funktioniert ja leider bei google noch nicht. 






Im Moment überlege ich, was ich in die großen schwarzen Kübel vor der Haustür an der Nordseite pflanzen könnte. Die bisher darin stehenden Buchsbäume haben schon im letzten Jahr vor sich hin gekrümmert und sahen nach dem Winter einfach nur noch mitleiderregend aus. Als ich dann auch noch schwarze Sporen entdeckte, mussten die beiden Kugeln sofort weg. Ich habe einfach zu große Angst vor dem  Buchsbaumpilz und dass er er unser "Parterre" im Vorgarten, das gerade anfängt zu wachsen, vernichtet.

Der Herr Gärtner und ich sind übereingekommen, dass es wohl je ein wintergrüner Farn werden soll. Ich hätte aber gern noch eine "Untermalung", einen Kontrast zu den filigranen Farnblättern. Ein Gras und vielleicht ein Elfenblümchen könnte ich mir gut vorstellen, dazu noch ein paar Zwiebeln von Traubenhyazinthe oder Hasenglöckchen. Nur wird das dann auch wieder ein Frühlingsdisplay, im Winter mehr oder weniger grün, im Sommer und Herbst vermutlich eher unaufdringlich... Am Samstag ist mal wieder Gartenfestival angesagt, da werden wir mal auf die Jagd gehen. 


Samstag, 11. Mai 2013

Jubiläumspost!

Der 100. Post im Roten Haus - ich schreibe nun seit über 2 Jahren mehr oder weniger regelmäßig und es macht mir immer noch Spaß. Ich würde gern mehr schreiben, aber meist erlaubt es die Zeit nicht. Als ich anfing, über unseren Hausbau zu schreiben, hätte ich nicht gedacht, dass ich über so eine lange Zeit durchhalte. Ich hoffe, euch macht das Lesen ebenfalls Freude und ihr kommt immer mal wieder hier vorbei.

Liebe Leser, ich möchte diese Gelegenheit nutzen, euch die Möglichkeit zum Schreiben zu geben: Ich würde gern wissen, wer ihr seid. Wie seid ihr auf meinen Blog aufmerksam geworden? Gefällt euch unser Haus, unser Garten? Worüber würdet ihr gern mehr lesen?

Bitte hinterlasst doch einen Kommentar, gern mit einem Link zu euren Blogs. Ich würde mich sehr freuen!

Und hier noch mal ein paar Bilder von der Entstehung des "Roten Hauses" im Zeitraffer - ich habe versucht, Fotos von ungefähr dem gleichen Standpunkt zu wählen, mit Blick auf den Wintergarten/Erker. Bei den Gartenfotos wüsste ich gar nicht, wo ich anfangen sollte.

07.02.2011

Freitag, 10. Mai 2013

Warum muss man bloß bis zu den Eisheiligen warten?

"Vor Nachtfrost du nie sicher bist bis Sophie vorüber ist."



Auch wenn man in den letzten zwei Wochen schon fast den Eindruck bekam, dass Sommer sei, so versuche ich doch, mich nicht in Sicherheit zu wähnen. Die Kalte Sophie ist erst am 15. Mai, morgen ist Mamertus - der erste der 5 Eisheiligen. Tatsächlich sagt der Wetterbericht für die nächsten Tage kühlere Temperaturen voraus, Frostgefahr besteht aber lt. dem Agrarwetterbericht, dem einzigen, den ich inzwischen noch vertraue, nicht mehr. Großartig, denn ich kann dann jetzt beginnen, die Gurken und die Kürbisse an die Sonne zu gewöhnen. 


Die ersten Kürbisse habe ich genau eine Nacht zu früh raus gestellt - in der Nacht nach dem Tag, an dem wir das Gewächshaus aufgestellt haben, hat es zum letzten Mal gefroren. Dummerweise hatte ich die viel zu früh ausgesäten Kürbisse bereits dort hinein gestellt. Eigentlich dachte ich, ich hätte inzwischen Geduld gelernt... 
Auch meine ersten Gurken habe ich getötet - Sonnenbrand...  

Mittwoch, 1. Mai 2013

Pflanzentage in Remeringhausen



Ich liebe Gartenfestivals. Ok, ich liebe es, Pflanzen zu kaufen. Aber wenn das Kaufen dann auch noch mit einem Ausflug verbunden ist, dann ist es noch besser.

Schon seit einigen Jahren sind wir regelmäßige Besucher der Pflanzentage in Remeringhausen, einem hübschen kleinen Rittergut auf halber Strecke zwischen hier und Stadthagen. War es in den ersten Jahren noch eine Art Geheimtipp, zieht es inzwischen Besucher auch aus der weiteren Umgebung an. Auch die Zahl der Aussteller wächst jährlich. Trotzdem gibt es natürlich alte "Bekannte", die jedes Jahr wieder von uns besucht werden und wo wir dann meist die ein oder andere Pflanze kaufen.

Ich glaube, dieses Jahr war ich das erste Mal mit einer Einkaufsliste vor Ort, obwohl ich in den Wochen vorher immer dachte "Ach, eigentlich brauche ich doch im Moment gar nichts." Aus diesem Nichts wurde dann eine Liste mit gut 20 Pflanzen. Davon bekommen habe ich gut die Hälfte. Und einige andere sind uns in den Einkaufskorb "gehüpft".