Montag, 23. Juli 2012

Rasen? Ich könnte rasen!

Vor nun gut 3,5 Wochen haben wir unseren "Rasen" ausgesät. Da wir aber keinen grünen Teppich haben wollten sondern es - im Gegensatz zu ca. 60 Mio. anderen Deutschen - total schön finden, wenn unser Rasen eher einer Blumenwiese gleicht, haben wir uns entschieden, diese Blumenrasenmischung von Strickler auszusäen.


Ein Blumenrasen ist im Gegensatz zur Blumenwiese in bestimmtem Rahmen belastbar und wird auch häufiger gemäht. Aber so ca. 6 - 8 x im Jahr reichen. Freut sich der Herr Gärtner, denn Rasenmäher war und ist sein Metier. Neben Gräsern sät man eine Reihe ausdauernder Stauden mit aus, die gemeinhin als "Unkraut" bezeichnet werden (Kriechender Günsel, versch. Löwenzahne, Gänseblümchen... das ganze "Kroppzeug" eben), die wir aber als gewollt in unserem Rasen akzeptieren werden. Auf der Seite der Fa. Stricker gibt es einen interessanten Artikel dazu.

So weit die Theorie.


Nicht nur, dass am Tag nach der Aussaat die Sintflut über uns hereinbrach und die mühselig ausgebrachten und festgewalzten Samen in freundlichen Pfützen zusammen spülte, was den Herrn Gärtner beinahe dazu brachte, alles noch mal umzugraben und neu auszusäen, nein, leider kommen neben den gewollten Wildkräutern jetzt auch einige definitiv nicht gewollte Unkräuter hoch. Frei nach dem Motto "Unkraut ist, was ich nicht in meinem Garten haben will" habe ich jetzt einen dichten Bestand an Unkräutern - Quecke, Gelbsenf, Ackermelde und Ackerwinde - zwischen den zarten Grashalmen und gerade aufkeimenden Blümchen.

Das bringt mich zum einen zum Rasen, zum anderen zu der Überlegung, was man im naturnahen Garten, wenn Spritzen keine Alternative ist, gegen Unkraut nach obiger Definition tun kann.



In den Beeten wird Unkraut erst einmal in einem gewissen Rahmen toleriert. Alles, was nicht blüht und daher noch keine Samen bildet sowie nicht bösartiges Wurzelunkraut ist, kann erst mal stehen bleiben. Allerdings werden die Beete dieses Jahr noch eine Rindenmulchschich bekommen, denn sonst wird unser noch recht roher Ackerboden mit seinen Myriaden an Unkrautsamen nicht in Schach halten lassen. Dichte Bepflanzung wie im Bild rechts aus Kolenfeld hilft natürlich auch, ist aber teuer und damit in diesem Jahr noch nicht realisierbar.

Wurzelunkraut wird ausgegraben, soweit möglich. Dem Giersch, der sich ums Trafohäuschen ausgebreitet hat, werden wir etwas drastischer zu Leibe rücken: Mulchfolie und Rindenmulch drauf und dann zwei Jahre liegen lassen. Danach vorsichtig umgraben und gegebenenfalls Reste der Wurzeln heraussammeln. Das sollte ihn zumindestens in Schach halten. Unter der Hecke, wo sich Klette und Winde guten Tag sagen, werden wir mit Zeitungspapier und Rindenmulch arbeiten.

Im Rasen jedoch, da bin ich ratlos. Abdecken ist keine Option, noch mal Umgraben und neu aussäen ebenso nicht, denn da kommen doch nur neue Unkrautsamen hoch und das ganze Spiel geht wieder von vorne los. Den neuen Rasen gleich den Unkräutern überlassen kommt aber auch nicht in Frage. Also heißt es Unkraut jäten. Bei ca. 400qm sicherlich eine anstrengende, zeitraubende Angelegenheit. Dann werden die kahlen Stellen neu eingesät und dann? Dann hilft nur noch hoffen, dass sich so etwas wie eine dichte Grasnarbe bildet.

Der neueste Plan, nachdem der Herr Gärtner heute in (endlich - bloß nicht über das Wetter beschweren!) brütender Hitze vielleicht 50qm von Unkraut befreit hat, ich viel weniger Fläche, dafür aber eine mit viel mehr Unkraut bearbeitet habe:
Unkraut händisch entfernen, noch zwei Wochen warten, dann das erste Mal mähen und ggfs. kahle Stellen nachsäen. Mal schauen, ob das klappt.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen